Historie
Man geht heute davon aus, daß Mensch und Hund seit ca. 15000 Jahren zusammenleben. Über die Herkunft des Rottweilers bestehen die verschiedensten Ansichten. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die besondere Eignung des Rottweilers in dem Treiben von Vieh bestand und offensichtlich diese Tätigkeit in der zurückliegenden Zeit hauptsächlich ausgeführt wurde, sind die Urahnen unsere Rottweiler in den damaligen römischen Legionen zu finden. Die Römer setzten Hunde als Herden und Treibhunde ein. Diese Hunde beschützten die Menschen und das Vieh. Noch heute kann man den Verlauf der alten römischen Heerstraßen, wovon eine dieser Straßen über die Alpen in die Richtung des Bodensees führte, nachvollziehen, da das Straßennetz des römischen Weltreichs sehr eingehend erforscht ist. Nun, man gelangte in das Gebiet der heutigen Stadt Rottweil, der Stadt also, die unserem Hund den Namen gab.
Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die römischen Hunde mit bodenständigen Hirtenhunden verschiedener Arten gepaart. Im Verlauf von mehreren Jahrzehnten wurden diese Hunde auf Lebenstüchtigkeit, Intelligenz, Ausdauer und Treibeigenschaften gezüchtet. Sie wurden somit unentbehrliche Helfer der Viehhändler und Metzger. Wie schon erwähnt, war dieser Hund am häufigsten in und um die damalige Reichsstadt Rottweil verbreitet und so erhielt er im Mittelalter den Namen Rottweiler.
Wenn die Hunde in Rottweil in so hoher Wertschätzung standen, so hatte dies wohl vor allen seinen Grund darin, daß sie sich vielfach als Hüte und Treibhunde bewährten.
Rottweil war im 19. Jahrhundert ein ausgesprochenes Viehhandels-Zentrum, von wo Rinder und Schafe vor allem in den Breisgau, ins Elsaß und ins Neckartal getrieben wurden. Bei solchen Herdenzügen benötigte man zu Zeiten, wo es Räuber oder Wölfe gab und weite Landstriche kaum besiedelt waren, kräftige, ausdauernde, ruhige und kluge Hunde. Ein richtiger Metzger aus Rottweil und Umgebung hatte gewöhnlich gleich mehrere Rottweiler, denn in den Händen der Metzger lag der Viehhandel hauptsächlich.
Nun, im Laufe der Zeit wurde das Vieh durch Aufkommen der Eisenbahn und anderer Fahrzeuge auf andere Art transportiert und der Rottweiler seiner damals so nützlichen Aufgabe entledigt.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnerte man sich an die hervorragenden Charaktereigenschaften des Rottweilers. Der hohe Gebrauchswert dieser Rasse wurde im Polizeidienst erprobt, und im Jahre 1910 wurde der Rottweiler als Polizeihunderasse anerkannt.
Damals wie heute ist der Mensch von dieser Hunderasse fasziniert. Seine Treue sowie Fleiß, Führigkeit und Gelassenheit stellen den Gebrauchswert dieser Hunderasse unter Beweis.
Auch als Familienhund ist der Rottweiler bei fachgerechter Zucht und Aufzucht sowie Sozialisierung innerhalb der Familie ein verläßlicher und treuer Freund. Wie beim Menschen beginnt auch beim Hund die Erziehung und Sozialisierung beim Kind beziehungsweise Welpen. Jeder Rottweiler im Welpenalter ist bereit zu lernen, sich ein- und unterzuordnen, sich also seinem Rudel anzupassen. Er wird also vielfach von seiner Umwelt geprägt. Eine richtige Erziehung führt zu Freundschaft. Falsche, lieblose Dressur wird den Hund und somit das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund für immer verderben. Der Mensch ist also in erster Linie dafür verantwortlich, was aus unserem Rottweiler wird!
Die Schlacht von Barenau
Germanicus besuchte im Jahre 15 n. Chr. das Schlachtfeld und bestattete die Gefallenen. Ganz in der Nähe fand eine unentschiedene Schlacht statt, die auch als Schlacht von Barenau bezeichnet wird. Beide Schlachtfeld er können sich durchaus überlappt haben. Nur wenig später stellte Arminius den römischen General Caecina an den pontes longi (Bohlenweg), einer Stelle, die Topografie Ähnlichkeiten mit dem Ort der Varusschlacht aufweist. Die Caecina-Schlacht ist von Tacitus bewusst als ein für die Römer positiv ausgehendes Gegenstück zur Varusschlacht gestaltet. Tatsächlich ist die Caecina-Schlacht in ihrem Verlauf der Varusschlacht ähnlich, weil sie viele Gemeinsamkeiten mit ihr aufweist. In kaum 10 Kilometer Luftliniendistanz zu Kalkriese haben Archäologen einen Bohlenweg aufgefunden, der Dendrochronologie in das Jahr 15 n. Chr. datiert werden kann, und wo man germanische Waffen mit Kampfspuren gefunden hat. Caecina konnte schließlich eine Wiederholung der Niederlage verhindern, indem er den Tross den Germanen zur Beute überließ und sich gleichzeitig mit seinen Truppen in Richtung Rhein absetzte.
Das Schlachtfeld heute
Die erfolgreiche archäologische Untersuchung eines Antike Schlachtfeldes stellt eine besondere wissenschaftliche Leistung dar. Das besondere Interesse, das die Varusschlacht immer noch auslöst, hat dazu geführt, dass sehr frühzeitig die immer noch laufenden Ausgrabungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Bereits 1993 – also eine verhältnismäßig kurze Zeit nach der Entdeckung der ersten archäologischen Funde – wurde in unmittelbarer Nähe zum Ausgrabungsfeld ein Informationsraum auf einem Bauernhof eröffnet. Im Rahmen der Expo 2000 in Hannover entstand nach den Plänen der Schweiz er Landschaftsarchitekt en Zulauf + Partner der etwa 20 Hektar große Museumspark Varusschlacht, der im Jahre 2001 durch ein eigenständiges Museum, geplant von den Architekt en Gigon/ Guyer aus Zürich , ergänzt wurde. Park und Museum zählen heute unter Fachleuten zu den sehenwertesten Beispielen aktueller Architektur und Landschaftsarchitektur in Europa. Der vermutete Verlauf der Schlacht lässt sich anhand der Parkgestaltung nachvollziehen: die Marschwege der Römer sind durch Stahlplatten gekennzeichnet und die versteckten Wege der Germanen im Wald sind durch Holzspäne bedeckt. Das Museum und die archäologische Forschungsstätte wurden am 5. November 2005 mit dem Europa Nostra Award 2004 für die innovative Interpretation eines antiken Schlachtfeldes und die interdisziplinäre Forschungsarbeit ausgezeichnet. Ein Link zur Museums-Webseite steht bei #Weblinks .
Alternative Theorien zum Ort der Schlacht
Über Jahrhunderte war der Ort der Schlacht umstritten und insbesondere ein beliebtes Forschungsthema für Lokalforscher, da die #Die historische Quellenlage zur Varusschlacht keine genaue Lokalisierung zulassen. Man schätzt, dass weit über tausend verschiedene Theorien entwickelt wurden, die überwiegende Zahl davon ohne ernstzunehmende Indizien (praktisch alle Orte im westfälischen Raum wurden schon von dort ansässigen Hobbyforschern als Schlachtort vermutet). Die bis zu den Funden und Ausgrabungen bei Kalkriese von vielen Wissenschaftlern am ehesten ernstgenommene Lokalisierung legte die Schlacht an den (heutigen) Teutoburger Wald, wo bei Detmold als Symbol des erwachenden deutschen Nationalismus im 19. Jahrhundert das Hermannsdenkmal errichtet wurde. Die Überlegungen von Theodor Mommsen aufgrund der Münzfunde, die von den aktuellen Ausgrabungen bestätigt werden, waren dagegen zu ihrer Zeit eine Minderheitsmeinung. Auch die Lokalisierung in Kalkriese wird nicht von allen Wissenschaftlern anerkannt, und es treten weiterhin Lokalforscher auf, die den Ort der Schlacht z. B. an den Harz (Mittelgebirge) , in die Nähe von Halberstadt nach Hildesheim ( Hildesheimer Silberfund ) oder in den Niederländischen Achterhoek verlegen.
Die Varusschlacht und die deutsche Identität
In der Frage, was die Identität der Deutschen ausmache, hat die Varusschlacht vom 16. bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine große Rolle gespielt. Ausgangspunkt waren die wiederentdeckten Schriften des Tacitus (1455 die Germania, 1507 die Annalen). Das Lob des römischen Historikers auf die Germanen erlaubte vor allem in den Augen der deutschen Gelehrten des Humanismus, damit dem Vergleich mit den anderen großen Kulturnationen der Antike standzuhalten. So ordnete schon 1529 Ulrich von Hutten dem Cheruskerfürsten Arminius den Ehrenplatz als erster Vaterlandsverteidiger zu und stellte ihn neben die drei großen Feldherren der Antike – Alexander der Große , Hannibal und Publius Cornelius Scipio Africanus Major . Damit begann der Arminius-Kult in der deutschen Literatur, der sich über Christoph Martin Wieland und Friedrich Gottlieb Klopstock bis zu Heinrich von Kleist und Christian Dietrich Grabbe erstreckte. Der Dreißigjähriger Krieg hatte ein wirtschaftlich schwaches und politisch zerstückeltes Deutschland zurückgelassen. In den Augen der Nachbarn – insbesondere der Franzosen – war Deutschland im 17. und 18. Jahrhundert eine „nation barbare“; kulturunfähig, politisch zerrissen und ökonomisch rückständig. Die Varusschlacht war der – deutsche – Gegenbeweis dazu: Eine Nation, die sich einigt und mutig dem übermächtigen Eroberer entgegentritt und ihn – im Gegensatz zu den Franzosen, die mit Vercingetorix und der Schlacht bei Alesia unterlagen – vernichtend schlägt. Die deutsche Literatur vor allem des 18. Jahrhunderts deutschte den Cherusker Arminius in Hermann ein und widmete ihm, seinem Liebesdrama zu Thusnelda und seinem Befreiungskampf zahllose Opern und Theatertragödien. Schlegel schrieb über Arminius: Kleist schrieb 1808 unter dem Eindruck der französischen Besatzung sein Drama „Hermannsschlacht“, das aufgrund seiner vaterländischen Tendenzen jedoch erst 1860 uraufgeführt wurde, dann aber zum nationalen Festspiel avancierte. Noch zu Beginn des Erster Weltkrieg verlas man im Schillertheater (Berlin) zwischen den Akten dieses Dramas Siegesmeldungen von der französischen Front. Und Kaiser Wilhelm II. (Deutsches Reich) verkündete zu Beginn des Ersten Weltkriegs: Kleists Hermannsschlacht wurde auch von den Nationalsozialismus zur Untermauerung ihrer Ideen missbraucht. So wurde eine Aufführung des Harzer Bergtheaters von Thale im Jahre 1933 bezeichnet als: In diesem Sinne trägt auch das sieben Meter lange Schwert auf dem 1838 begonnenen und 1875 eingeweihten Hermannsdenkmal die Inschrift: „Deutsche Einigkeit meine Stärke – meine Stärke Deutschlands Macht“. Hinrich Seeba schrieb über dieses Denkmal: Einen Kontrapunkt zu der begeisterten Deutschtümelei setzte, wie so oft, Heinrich Heine wenige Jahre nach dem Baubeginn am Hermannsdenkmal (zu dem er selbst seinen finanziellen Beitrag geleistet hatte: hab selber subskribieret). Treffsicher zieht er das nationale Pathos ins Lächerliche: Auch Viktor von Scheffel bediente sich des Themas und machte sich in seinem Lied „Als die Römer frech geworden…“ (1847, vertont von Ludwig Teichgräber 1875) die Deutschtümelei seiner Zeit zu eigen. Das Lied wurde sehr populär und wird auch heute noch gerne zitiert und gesungen. Im Originaltext des Niedersachsenlied es, welches als inoffizielle Hymne der Niedersachsen bezeichnet wird und etwa 1926 von Herman Grote komponiert wurde, wird der Sieg über die Römer ebenfalls heroisch dargestellt:
Varusschlacht
In der Varusschlacht (traditionell auch: Schlacht im Teutoburger Wald oder auch Herrmannschlacht) im Herbst des Jahres 9 erlitten drei Römische Legion samt Hilfstruppe und Tross unter Publius Quinctilius Varus eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Cherusker fürsten Arminius („Herrmann“). Die Schlacht leitete das Ende der Versuche ein, auch die rechtsrheinischen Gebiete Germanien s zu einer Römische Provinz des Römisches Reich zu machen. Als Ort der Schlacht wurden und werden verschiedene Stätten in Norddeutschland vermutet. Nach neuen #Ort der Schlacht gibt es sehr überzeugende Hinweise, dass die historisch bedeutsame Schlacht im Raum Bramsche am Wiehengebirge im Osnabrücker Land stattgefunden hat. Die Varusschlacht gehört zu den weltgeschichtlichen Ereignissen, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder herangezogen wurden, um aus einem historischen Kontext bis in die jeweilige Jetzt-Zeit gültige Grundsatzaussagen zu politischen und weltanschaulichen Standpunkten abzuleiten. Unter anderem wurde der Sieg der Germanen verschiedentlich als deutscher Gründungsmythos gedeutet. Die Debatte um Standort und Verlauf der Auseinandersetzung wird daher bis heute oft sehr emotional geführt. Neben dem Widerstreit unterschiedlicher Ideologie n spielt auch der Lokalpatriotismus einzelner Diskutanten eine Rolle, die hoffen, ihrem jeweiligen Heimatort als Schlacht-Schauplatz einen bedeutenden Platz in den Geschichtsbüchern sichern zu können.
Historischer Hintergrund und Verlauf der Schlacht
Vorgeschichte
Nach dem Beginn der Unterwerfung Germaniens zwischen Rhein und Elbe in den Jahren 12 v. Chr. bis 9 v. Chr. durch Augustus ' Stiefsohn Drusus errichteten die Römer eine Reihe von befestigten Legionslager n in Germanien und schlossen mit den Germanen Vertrag . Wenn auch der Landstrich zwischen Rhein und Elbe noch nicht als neue römische Provinz betrachtet werden konnte, sollten mit den errichteten Festungen die eroberten Landstriche gefestigt werden. Ziel von Augustus war es vermutlich, die Reichsgrenze auf die Linie Elbe- Donau auszudehnen, da sie um einiges kürzer war als die bis dahin bestehende Rhein-Donau-Grenze. Nach Niederschlagung einiger Aufstände in den Jahren um Christi Geburt (vor allem durch Drusus' Bruder Tiberius ) schien es, als hätte Augustus dieses Ziel erreicht.
Der römische Statthalter Varus
Nach einigen Jahren der Ruhe wurde Publius Quinctilius Varus – der als erfahrener Militär- und Verwaltungsfachmann galt – im Jahr 7 nach Germanien versetzt, um dort das Römisches Recht und insbesondere das römische Steuerrecht einzuführen. Sein Amt übte er offenbar mit wenig Feingefühl und Rücksicht auf germanische Gepflogenheiten aus. Der römische Historiker Cassius Dio schreibt über die Situation der Römer vor Ort und die von Varus begangenen Fehleinschätzungen:
Arminius als Gegenspieler von Varus
Varus' Gegenspieler war Arminius, ein Fürst der Cherusker, der in seiner Jugend als Geisel nach Rom gekommen und dort zum römischen Offizier ausgebildet worden war. Er galt als verlässlicher Bündnis und Vertrauter der Römer. Er wurde unter anderem in den Eques erhoben. Seine guten Kenntnisse des römischen Militärwesens befähigten ihn, dem römischen Heer eine der empfindlichsten Niederlagen seiner Geschichte beizubringen. Anders als sein Bruder Flavus , der Rom immer treu bleiben sollte, wandte sich Arminius gegen die römische Oberherrschaft in seinem Heimatland. Da Varus durch sein ungeschicktes Taktieren das Ehrgefühl der germanischen Stämme verletzt hatte, gelang es Arminius, die verfeindeten Stämme der Cherusker, Marser, Chatten und Brukterer zu einem Bündnis zu bewegen. Arminius war auch in der Lage, den germanischen Stämmen die Schwachstellen der römischen Militärtechnik deutlich zu machen. Arminius selber spielte ein gefährliches Doppelspiel. Er wog Varus in dem Glauben, er sei ein treuer Verbündeter Roms. Er war darin so überzeugend, dass Varus nicht einmal die Warnung des Fürsten Segestes ernst nahm, Arminius plane Verrat an Rom. Arminius hatte Segestes' Tochter Thusnelda gegen den Willen ihres Vaters geheiratet und konnte Varus daher überzeugen, dass Segestes' Hinweis nur das Resultat eines internen Familienzwists sei. Varus vertraute Arminius schließlich sogar die Führung von Hilfstruppeneinheiten an.
Die Falle für Varus
Ähnlich wie seine Vorgänger verbrachte Varus den Sommer in vorgeschobenen Positionen weit im Inneren des neu erschlossenen Landes und überwinterte in Lagern weiter westlich am Rhein. Das Sommerhauptquartier für Varus und drei seiner Legionen lag tief im Gebiet der Cherusker, am Westufer der Weser . Die übrigen zwei Legionen waren am Rhein zurückgeblieben. Die Armee des Varus hatte eine Gesamtlänge von 40 km, entsprechend schwer und langwierig war es, Befehle weiterzugeben. Das war es wohl, was den Römern zum Verhängnis wurde. Die Schlacht fand statt, als sich Varus und seine Legionen auf dem Rückweg ins Winterhauptquartier befanden. Varus wollte die Militärstraße zurück nach Castra Vetera , einem Lager nahe dem heutigen Xanten , für den Rückmarsch nutzen. Doch die Nachricht über einen vermeintlichen kleinen, regionalen Aufstand veranlasste ihn, einen Umweg durch ein den Römern weitgehend unbekanntes Gebiet zu nehmen. In unwegsamem Topographie gingen Arminius und seine Verschwörung voraus, angeblich um Verbündete zu bringen. Der weitermarschierende Varus geriet dabei in einen von Arminius sorgfältig geplanten Überraschung . Als Sumpf , Wälder und Regen die materiell überlegenen Römer behinderten und sich die Legionäre in einer langgezogenen Marschkolonne durch das unwegsame Gelände bewegten, griffen Arminius und seine Verbündeten an. Arminius war sich bewusst, dass er die römischen Legionen in einem offenen Kampf nicht besiegen konnte. Für seine Angriffe wartete er jeweils die Zeitpunkte ab, an denen die Römer sich in lang auseinander gezogener Marschordnung befanden und die engen Täler und der Morast die übliche römische Kampftechnik gravierend einschränkten. Die Germanen attackierten in dichten Haufen die Flanken der Kolonne und versuchten vor allem, die Reiter einzeln zu überwältigen und bis zum letzten Mann niederzumachen sowie die einzelnen Truppenteile voneinander zu trennen. Die Römer kämpften dabei nicht nur gegen germanische Krieger, sondern auch gegen die abtrünnigen germanischen Hilfstruppen in ihren eigenen Reihen. Drei Tage dauerte die Schlacht , in der Varus versuchte, sich zum Rhein durchzuschlagen. In zwei Nächten konnte er noch Kastell errichten, doch am dritten Tag waren die Römer besiegt. Varus selbst tötete sich gemeinsam mit seinen Offizieren. Der römische Historiker Publius Cornelius Tacitus beschreibt das Schlachtfeld, wie es noch im Jahre 15 von Germanicus vorgefunden wurde: Drei Legionen (die Legio XVII , Legio XVIII , Legio XIX ) mit zusammen etwa 20.000 Soldaten sowie viele Hilfstruppen und Begleiter kamen ums Leben. Der Kopf des Varus wurde abgeschnitten und gelangte über Umwege nach Rom. Kaiser Augustus soll angesichts der Niederlage ausgerufen haben: Die besiegten Legionen wurden nach der Katastrophe nicht wieder aufgestellt, was einen in der römischen Militärgeschichte einzigartigen Tatbestand darstellt.
Nachwirkung der Schlacht
Germanen
Die germanische Kampfkraft war zwischen der Clades Lolliana ( 16 v. Chr. ) und der Varusschlacht (9 n. Chr.) gewaltig gesteigert worden. Da dies nicht vorherzusehen war, fühlte sich Varus mit seinen drei Legionen sehr sicher und konnte keineswegs ahnen, dass ein germanischer Aufstand gerade seiner Armee eine so vernichtende Niederlage bereiten konnte. Rom hatte Glück, dass die Gallier die für sie günstige Situation nicht zu einem Aufstand nutzten. Aber diese erkannten richtig, dass die Katastrophe des Varus keine erfolgversprechende Basis für einen Aufstand war. Das Strategie Ziel des Arminius war es, die römische Herrschaft über das heutige Nordwestdeutschland zu beenden, das Operationsplan , die römischen Besatzung struppen zu Zerstörung und das Taktik , die römische Marschsäule in einen Hinterhalt zu locken. Der Sieg bei Kalkriese war das Ergebnis einer geschickten Planung , die sämtliche Schritte der Römer mit einkalkulierte. Ein besonderer Erfolg war aber, dass es Arminius gelang, eine feste Koalition aus mindestens elf Volksstamm zu bilden und den selbstbewussten, stets auf seine Unabhängigkeit bedachten germanischen Adel über Jahre hinweg in den Plan einzubinden. Selbst einige militärische Rückschläge gegen den römischen Feldherrn Germanicus, der auf Varus folgte, konnten das Bündnis des Arminius nicht ernsthaft erschüttern. Es brach erst auseinander, als der neue Kaiser Tiberius im Jahre 16 die Germanenfeldzüge für beendet erklärte und Roms Rückzug auf die Rhein-Donau-Grenze beschlossene Sache war. Ein Bündnis mit dem Markomannen-Oberhaupt Marbod zu schließen, schlug jedoch fehl und die Kämpfe zwischen den Germanenstämmen unter Arminius und den Markomannen 17 n. Chr. bedeuteten einen Einbruch in der Schlagkraft der Germanen, was ein Übergreifen auf römisches Gebiet unterband. Arminius wurde im Jahr 21 n. Chr. von eigenen Familienangehörigen ermordet.
Römer
Die katastrophale Niederlage des Jahres 9 n. Chr. hatte den fast völligen Rückzug Roms auf die Ausgangspositionen vor der Offensive von 12 v. Chr. zur Folge. Die Vernichtung der drei Legionen, sechs Kohorten und drei Ala ging einher mit dem Verlust römischer Kastelle zwischen Rhein und Weser und bedeutete die Preisgabe aller darüber hinausgehenden Ambitionen. Im Jahre 14 begann Germanicus erneut mit Feldzügen in Germanien. Gegenspieler des Germanicus war wiederum Arminius. Die Feldzüge wurden durch den neu ernannten Kaiser Tiberius im Jahre 16 n. Chr. beendet, weil der Aufwand an Menschen und Material für die Römer zu hoch wurde. Damit sorgte der Ausgang der Varusschlacht dafür, dass Germanien weitgehend außerhalb des römischen Machtbereichs blieb und eine andere Entwicklung erfuhr als beispielsweise das Kelten Gallien . Bei den Römern begann man andererseits, die gewaltigen Ausdehnungen des Europa - Asien Raumes zu erahnen und in eine Politik umzusetzen, die diesen Gegebenheiten Rechnung trug. Beides mündete schließlich in eine Entwicklung, die in der Völkerwanderung endete und im 3. Jahrhundert und 4. Jahrhundert zu eigenständigen germanischen Reichen auf römischem Boden führte.
Die historische Quellenlage
Der katastrophale Ausgang dieses militärischen Unternehmens wurde bereits von den Zeitgenossen aufgenommen und kommentiert. Sueton , Velleius Paterculus , Tacitus , Lucius Annaeus Florus und Cassius Dio Cocceianus berichten über diese Schlacht, die der römischen Expansionspolitik in Germanien ein Ende bereitete. Keiner dieser Autoren war Zeuge der Schlacht, Velleius Paterculus war immerhin Zeitgenosse der Ereignisse und kannte Germanien aus eigener Anschauung. Alle römischen Autoren fällen ein einhellig negatives Urteil über Varus. Dieses Urteil könnte nicht unwesentlich davon geprägt sein, einen eindeutig Schuldigen für den Untergang der römischen Legionen zu finden. Die Berichte über den Ablauf der Schlacht sind in den einzelnen Quellen recht unterschiedlich und können kaum miteinander in Einklang gebracht werden. Man hat daher vermutet, dass es sich bei keinem der Berichte um eine Wiedergabe von Tatsachen handelt, sondern nur um eine mehr oder weniger dramatisch ausgemalte Phantasiedarstellung der jeweiligen Autoren unter Verwendung topischer Elemente von Schlachtbeschreibungen. Folgt man dieser These, so lässt sich über die Schlacht nichts weiter konstatieren als nur das bloße Faktum der römischen Niederlage und des Untergangs der drei Legionen in Germanien. Quellen, die den Hergang aus germanischer Sicht oder zumindest aus neutraler Sicht schildern, fehlen völlig. In dem lebhaftesten Bericht von der Schlacht, den der römische Historiker Cassius Dio Cocceianus verfasste, heißt es: Die unten beschriebenen Ausgrabungsergebnisse bei Kalkriese scheinen zumindest zu bestätigen, dass es sich bei der Schlacht nicht um eine wirkliche Schlacht auf einem Schlachtfeld gehandelt hat, oder gar um einen Überfall auf ein römisches Standlager, wie bei Florus zu lesen ist, sondern um eine Kette von Überfällen auf die römische Marschkolonne in für die Römer ungünstigem Gelände, welche die römischen Truppen nach und nach aufgerieben haben. Das lange Zeit einzige Archäologie - Epigraphik Zeugnis der Schlacht (das jedoch weder zur Frage des Orts noch zur Kenntnis des Schlachtverlaufs etwas beitrug) ist ein im Xantener Ortsteil Birten gefundener Grabstein für den „im Krieg des Varus“ (bello Variano) ums Leben gekommenen römischen Centurio Marcus Caelius . Das lebensgroße Bildnis zeigt den römischen Offizier in seiner vollen Uniform zwischen seinen beiden Freigelassener , die bei dem Unternehmen ebenfalls zu Tode gekommen sind.
Ort der Schlacht
Es ist lange gerätselt worden, wo die Schlacht stattgefunden haben könnte. 700 verschiedene Örtlichkeiten erhoben im Laufe der letzten 200 Jahre Anspruch auf diese 'Ehre'. Da der Geschichtsschreiber Tacitus vom saltus Teutoburgiensis schrieb, hat sich der Begriff von der Schlacht im Teutoburger Wald ergeben. Der heute als Teutoburger Wald bekannte Höhenzug trägt diesen Namen allerdings erst seit dem frühen 19. Jahrhundert, als Arminius-Begeisterte meinten, den Ort der Schlacht im damals noch Osning genannten Gebirgskamm lokalisieren zu können. Somit ist auch das an die Schlacht erinnernde Hermannsdenkmal bei Detmold Ergebnis eines unzureichenden Lokalisierungsversuches. Trotz seines Namens hat der Teutoburger Wald also mit der Ortsangabe des Tacitus nichts zu tun. Neuere archäologische Funde, die Ende der 1980er Jahre gemacht wurden, lassen jedoch auf Kampfhandlungen bei Kalkriese schließen, einem Stadtteil der Niedersachsen Stadt Bramsche im Landkreis Osnabrück . Kalkriese liegt etwa zehn Kilometer östlich von Bramsche. Die Art der archäologischen Befunde lassen aus Sicht der beteiligten Forscher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Schluss zu, dass es sich bei der Fundstelle um den Ort der Varusschlacht handelt. Es fehlt jedoch der letzte Beweis; zudem passt die Stelle nicht gut zu den geographischen Angaben, die Tacitus im Zusammenhang mit dem Bericht vom Besuch des Germanicus auf dem Schlachtfeld macht. Man hat hier versucht, den Quellenwert des Tacitus in Frage zu stellen. Allerdings könnten sowohl der archäologische Fund als auch der Bericht des Tacitus in Einklang gebracht werden, wenn man annimmt, dass es sich bei den Kalkriese-Funden um die Überreste von den Kampfhandlungen des Jahres 15 n. Chr. unter Germanicus handelt. In diesem Fall bliebe der wahre Ort der Schlacht des Jahres 9 n. Chr. verborgen. Aus nachvollziehbaren Gründen (wissenschaftliche Reputation, Tourismus) hat man natürlich kein Interesse daran, dieser weniger attraktiven Möglichkeit den Vorzug zu geben. Die Münzfunde sprechen allerdings gegen diese Annahme. Denn es wurden dort keine Münzen aus den Jahren 10 bis 15 n. Chr. gefunden. Germanicus hat in Kalkriese keine Schlacht geschlagen und deshalb gab es keinen Anlass, dass dort (größere Mengen) Münzen verloren gingen.
Die Indizien für Kalkriese
Theodor Mommsen hatte aufgrund der relativ großen Anzahl gefundener Goldmünze n mit dem Bildnis des Augustus bereits Ende des 19. Jahrhunderts vermutet, dass in dem Gebiet nördlich von Osnabrück zwischen Kalkrieser Berg und Großes Moor im Wiehengebirge in augusteischer Zeit wahrscheinlich Kampfhandlungen stattgefunden hatten. Seit 1987 sind in dem Gebiet viele archäologische Funde wie Münze n, militärische Ausrüstungsgegenstände und Wall anlagen gemacht worden. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich bei den Funden um kleine Stücke und Fragmente, die entweder der systematischen Plünderung des Schlachtfeldes entgangen sind, oder die den Germanen des Aufhebens nicht wert waren. Zu den wichtigsten Funden zählen:
- die Entdeckung von drei Schleuder (Waffe) durch den Großbritannien und Nordirland Offizier und Hobbyarchäologen Tony Clunn im Jahre 1988 , denn damit war eindeutig die Anwesenheit von Legionären an diesem Ort bewiesen.
- die Krieger- oder Prunk maske (siehe Abbildung)
- verschiedene Teile der Ausstattung von Reit- und Zugtieren wie beispielsweise eine als Deichsel ende umfunktionierte Glocke oder ein bronzener Anhänger eines Pferdegeschirrs, der gleichzeitig die Funktion eines Amuletts hatte.
- Fundstücke aus verschiedenen handwerklichen Bereichen. So weisen ein bronzener Knochenheber und ein bronzener Skalpellgriff auf die Anwesenheit von Arzt und die gefundenen bleiernen Senklote auf anwesende Geodäsie hin.
- die Entdeckung von drei Wall anlagen, vor denen besonders viele Kleinteile wie Kupfermünzen oder Fragmente gefunden wurden, sowie die Überreste eines angeschirrten Maultier s, das offenbar von einer während des Kampfes zusammenbrechenden Wallanlage verschüttet wurde. Die Wallanlagen sind so angelegt, dass von ihnen aus der Weg besonders gut angegriffen werden konnte. Die hinter den Wällen Lagernden konnten auf diese Weise den Hangfuß des Kalkrieser Berges kontrollieren, der im Norden durch die meist unpassierbaren Feuchtniederungen abgeschlossen war.
- die Entdeckung von mehreren Gruben, die mit menschlichen und tierischen Knochen gefüllt waren. Die menschlichen Knochenreste gehören durchweg zu Männern im Alter zwischen 25 und 45 Jahren. Einige Knochen weisen eindeutige Hiebspuren auf (beispielsweise ein menschlicher Schädel, der durch einen Schwerthieb gespalten wurde). Der Anthropologie Befund weist auch darauf hin, dass die Skelette mehrere Jahre an der Erdoberfläche gelegen haben (Schlussfolgerung aufgrund der Trockenrisse der Knochen sowie der ungeordneten Einbringung von nicht vollständigen Skeletten in die Gruben).
- 1500 römische Münzen, die überwiegend aus der Regierungszeit des Kaisers Augustus stammen (die übrigen sind älter, zur Einordnung des Fundes interessieren nur die jüngsten Münzen). Es sind keine römischen Münzen vorhanden, die später als 9 n. Chr. geprägt wurden. Vorhanden sind dagegen Kupfermünzen mit dem Gegenstempel des Varus, die nur in den Jahren 7 bis 9 n. Chr. geprägt wurden. Ein weiterer wesentlicher Befund ist die Streuung der archäologischen Zeugnisse über eine mehrere Kilometer lange Wegstrecke. Die Befunde legen den Schluss nahe, dass in der augusteischen Zeit römische Legionen, die von einem Tross begleitet waren, bei Kalkriese in massive Kampfhandlungen verwickelt waren. Die Datierung der Münzen und die Tatsache, dass in den Jahren der Statthalterschaft des Varus keine weiteren kriegerischen Ereignisse überliefert sind, in die römische Legionen involviert waren, deutet darauf hin, dass Kalkriese der Ort der Varusschlacht ist. Die Streuung der Funde passt zu dem Schlachtgeschehen, das sich über drei Tage an unterschiedlichen Orten ereignete. Die Bestattungsgruben stimmen mit der Überlieferung überein, dass Germanicus im Jahre 15 am Ort der Schlacht den gefallenen Legionären ein ehrenvolles Begräbnis gab. Auch die Topografie passt zur schriftlichen Überlieferung.
Geländemerkmale und ihre Auswirkung auf den Schlachtverlauf
Die 20 km nordöstlich von Osnabrück liegende Kalkrieser-Niewedder Senke ist die einzige Passage in ost-westlicher Richtung, die über ebenes und trockenes Gelände führt, will man nicht große Umwege in Kauf nehmen. Die sechs Kilometer lange Engstelle wurde im Norden durch ein riesiges Hochmoor , im Süden durch das schräg verlaufende Wiehengebirge Sanduhr eingeschnürt. Die Hangsandzone verengt sich an den Ost- und den Nordhängen des Kalkrieser Berges auf weniger als 100 m. Der Weg, der nicht mit einer gut ausgebauten Römerstraße verwechselt werden darf, war noch schmaler. Das galt ebenso für die Brücken, die über Bach (Gewässer) und Fluss (Gewässer) führten oder die zum Teil erst noch von der marschierenden Truppe gebaut werden mussten. Solche Engstellen lösten bei größeren Truppe nverbänden unweigerlich Stau aus. Die Breite einer Kolonne hängt immer von der schmalsten Stelle des zu passierenden Weges ab. Die Marschlänge wird bei drei Legionen, drei Alen und sechs Kohorte n sowie einem außergewöhnlich großen Tross und einer unbekannten Zahl von begleitenden Zivilist en mindestens 15 bis 20 km betragen haben. Um eine Optimum Wirkung zu erzielen, empfahl sich zuerst ein Angriff auf die Nachhut . Als diese stehen blieb, um den Angriff zu erwidern, ging der Zusammenhalt mit der restlichen Marschkolonne verloren. Der vermutlich einige Kilometer vom Kampfort entfernte Oberbefehlshaber erfuhr nur durch Gerüchte von den Vorgängen und konnte so die Lage nicht übersehen, geschweige denn die richtigen Befehle erteilen. Gerüchte über einen Feind, den der Legionär nicht von vorne sah, sondern der hinterrücks angriff, verschlechterten die Kampfmoral . Gleichzeitig einsetzende Regengüsse erschwerten möglicherweise den Gebrauch der Waffen. Die Legionäre waren darüberhinaus durch ihr eigenes Marschgepäck behindert, das bis zu 50 kg wog. Weil die Marschkolonne mit dem Tross und den vielen Unbewaffneten durchsetzt war, konnten die Römer außerdem nicht ohne weiteres dicht aufschließen. Ihre einzelnen Abteilung (Militär) waren aufgrund der Taktik des „zerstreuten Gefecht s“ jeweils Quantität schwächer als die angreifenden Stoßtrupps der Germanen. So erlitten die Legionäre erhebliche Verluste, ohne den Germanen nennenswerte Schläge zufügen zu können, denn diese zogen sich nach kurzer Zeit wieder auf die bewaldeten Anhöhen zurück.
Das Ausgrabungsfeld
Die heutige Tätigkeit der Archäologen konzentriert sich im Wesentlichen auf ein Gebiet namens Oberesch, das vom Zug des Varus durchquert wird. Der Name Esch deutet im übrigen auf eine Methode der Bodenverbesserung hin, die in Norddeutschland seit Jahrhunderten angewendet wird: Aus den nahen Moor gebieten sowie aus den eigenen Stall wird immer wieder Material herangeschafft, um den vom Anbau von Getreide ausgelaugten Boden zu düngen. Die herangeschafften Mengen reichten aus, die ursprüngliche Erdoberfläche unter einer meterhohen Schicht verschwinden zu lassen und über 2000 Jahre hinweg zu Konservierung . Kennzeichnend für den Weg der Legionäre waren die besagten As (Einheit) , bei denen sich interessanterweise immer wieder kleinere Siegel stücke fanden, mit denen normalerweise das Säckchen von Schreiben verschlossen wurde. Ihr gehäuftes Auftreten in der Gegend von Kalkriese lässt die Vermutung aufkommen, dass das Vergraben der persönlichen Eigentum der römischen Soldaten vor einem Gefecht von der Armee organisiert wurde, um je nach Ausgang des Gefechtes Eigentumskonflikte zu vermeiden und den beteiligten Soldaten ihre persönliche Habe zurückerstatten zu können. Für Verwundete und Tote werden demnach ähnliche Regeln vorhanden gewesen sein. Art, Menge und Verbreitung von aufgefundenen Münzen lassen allerdings den Schluss zu, dass es sich bei Kalkriese um eines unter vielen Kampffeldern der untergegangenen Legionen handelt. Die großräumige Streuung des gesamten Fundmaterials sowie der Münz-, Einzel- und Hortfunde macht die Interpretation als Verlustgut unwahrscheinlich. Die Gabelung des Fundstranges etwa 500 m westlich der Ausgrabung sstätte deutet dagegen auf ein unkoordiniertes und planloses Vorgehen der Römer während der Schlacht hin.


